Panel 4

Foto: Panel 4 der MediaNight

Musik – Wer zahlt die Musik im 21. Jahrhundert? Kreative im Spannungsfeld zwischen Kulturgut, digitaler Rechteverwaltung und Selbstverpflichtung

Die digitale Welt stellt die Kreativen in der Musikbranche vor neue und existenzielle Herausforderungen. Im Zeitalter der Digitalisierung sind insbesondere die Tonträgerumsätze und damit die Vergütung kreativer Leistungen stark zurückgegangen. Wie schützt man vor diesem Hintergrund kreative Eigentumsrechte? Wer zahlt die Musik im 21. Jahrhundert? Wie wird das Netz qualitativ geschäftsfähig? Ist die Digitalisierung hier eher Fluch oder doch Segen? Erreichen die Kreativen ohne Schranken Endkunden oder werden sie doch hauptsächlich beklaut?

Das fragten und beantworteten im Panel 4 unter der Moderation des kundigen Steffen Kampeter der Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie e.V. Professor Dieter Gorny, der Musikproduzent und ehemalige Sänger von Dschingis Khan Leslie Mandoki und die Programmdirektorin der renommierten Kulturbrauerei in Berlin, Katja Lucker. Drei Experten, drei Meinungen.

Leslie Mandoki fand, Produzenten und Kreative müssten vor allem den Wert ihrer Produkte besser vermitteln. Erkenne das Publikum Musik als wertvoll, zahle es auch dafür. Die Musikschaffenden müssten ihre Inhalte so attraktiv gestalten, dass eine wertbewusste Haltung entstehe. Das sei eben nicht nur eine Aufgabe für politische Rahmensetzung. Aber Mandoki war doch auch ausdrücklich dankbar, dass Kulturstaatsminister Bernd Neumann eine solche robuste Rahmensetzung vorantreibe.

Mandokis wertbewusstes und zahlungsbereites Publikum fand Dieter Gorny naiv. Er setzte auf ein "Flensburg für’s Internet" nach französischem Vorbild: Abmahnungen und Strafen für illegales Downloaden, schließlich folge auch auf Ladendiebstahl Ladenverbot und Anzeige. Bernd Neumann bestätigte aus dem Publikum, dass es gegenwärtig in Europa um Auskunftspflichten der Provider gehe. Er wolle helfen, die massiven Datenschutzbedenken etwa der deutschen Justizministerin zu zerstreuen. Katja Lucker wiederum ging die Frage nachhaltiger an. Das alles sei ein Problem der Bildung. Man müsse die Jugend erziehen und ihr wieder beibringen, dass sie für Musik zu zahlen habe. Einig waren sich alle drei: "Wo ´digital´ ist, ist ´umsonst´ nicht weit" - das dürfe nicht mehr länger gelten.

Referenten

Moderation

  Steffen Kampeter MdB
Vorsitzender des Dialogforum Musikwirtschaft der CDU Deutschlands

Teilnehmer

  Prof. Dieter Gorny
Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie e.V., Berlin
  Leslie Mandoki
Musikproduzent Red Rock Production, Tutzing
  Katja Lucker
Vorsitzende der Kulturbrauerei e.V.
Programmdirektorin der Consense GmbH für die Kulturbrauerei, Berlin

MediaNight

Follower werden

© CDU Deutschlands